Ratgeber
Wie viel Bewegung braucht ein Hund?
Die meisten erwachsenen Hunde brauchen mindestens ein oder zwei Spaziergänge am Tag. Viele Rassen brauchen täglich ein bis zwei Stunden Bewegung, Arbeitsrassen mehr; Welpen und Senioren brauchen weniger, in kürzeren Einheiten.
Die meisten erwachsenen Hunde brauchen jeden Tag mindestens ein oder zwei Spaziergänge. Laut PDSA brauchen manche Rassen mindestens ein bis zwei Stunden Bewegung am Tag, Arbeitsrassen deutlich mehr; kleine, ruhige Rassen brauchen eventuell viel weniger. Die richtige Menge hängt von Rasse, Alter, Gesundheit und Persönlichkeit ab. Welpen brauchen kurze, sanfte Einheiten, und Senioren geht es mit „wenig und oft“ am besten. Neben Spaziergängen profitieren die meisten Hunde auch von Spiel und Denkspielen.
Was bestimmt, wie viel Bewegung dein Hund braucht
Die PDSA nennt vier Hauptfaktoren:
- Rasse: Manche Rassen brauchen ein bis zwei Stunden am Tag, Arbeitsrassen deutlich mehr.
- Alter: Welpen brauchen sanfte, begrenzte Bewegung, solange ihre Gelenke wachsen; Senioren brauchen oft weniger.
- Gesundheit: Ein verletzter oder kranker Hund braucht eventuell Ruhe; halte dich immer an den Rat deiner Tierarztpraxis.
- Persönlichkeit: Zwei Hunde derselben Rasse können ein ganz unterschiedliches Energielevel haben.
Ein Hund, der zu wenig Bewegung bekommt, langweilt sich nicht nur. Die PDSA weist darauf hin, dass Hunde mit überschüssiger Energie oft frustriert und gestresst werden und schlecht damit zurechtkommen.
Bewegung nach Rasse: einige Beispiele
Die PDSA nennt für einzelne Rassen die tägliche Mindestbewegung. Ein paar Beispiele zeigen, wie groß die Spanne ist:
| Rasse (Beispiel) | Größe | Bewegung pro Tag (PDSA) |
|---|---|---|
| Yorkshire Terrier | Klein | Etwa 30–40 Minuten |
| Cocker Spaniel | Mittel | Mindestens 1 Stunde (PDSA) |
| Golden Retriever | Groß | Mindestens 2 Stunden |
Die Größe ist nur ein grober Anhaltspunkt; das Energielevel hängt von Rasse und Hund ab. Schau dir deine Rasse in unseren Rasseporträts an und nutze den Gassi-Rechner, um aus einem Tagesziel einen Plan zu machen, der in deinen Tag passt.
| Rasse | Bewegung pro Tag (PDSA) |
|---|---|
| Yorkshire Terrier (klein) | etwa 30–40 Min. |
| Cocker Spaniel (mittel) | mindestens 1 Stunde |
| Golden Retriever (groß) | mindestens 2 Stunden |
Quelle: PDSA, wie in der Tabelle oben. Die Größe ist nur ein grober Anhaltspunkt; das Energielevel hängt von Rasse und Hund ab.
So teilst du sie auf
Du musst nicht alles auf einmal erledigen. Den meisten Hunden geht es gut mit:
- Ein oder zwei Hauptspaziergängen. Der Royal Kennel Club sagt, jeder Hund sollte mindestens einmal am Tag spazieren gehen, oft zweimal.
- Etwas Freilauf in einem sicheren, eingezäunten Bereich, wenn dein Hund zuverlässig abrufbar ist oder es dort erlaubt ist.
- Kurzen Spieleinheiten zu Hause: Zerrspiele, Apportieren oder Fangspiele.
- Kopfarbeit. Die PDSA nennt Denkspiele eine tolle Ergänzung für jeden Alltag, besonders wichtig für Rassen, die mehr geistige Auslastung brauchen. Schnüffelspiele, Futterpuzzles und kurze Trainingseinheiten machen einen Hund auf andere Weise müde.
Ein Garten hilft, aber laut PDSA ersetzt er keine Spaziergänge: Neue Orte und Gerüche sind wichtig für das Wohlbefinden eines Hundes.
Welpen: weniger, als du denkst
Welpen brauchen viel weniger strukturierte Bewegung als erwachsene Hunde. Der Royal Kennel Club warnt, dass lange Spaziergänge einen jungen Welpen übermüden können, und empfiehlt als Faustregel fünf Minuten strukturierte Bewegung pro Lebensmonat, bis zu zweimal am Tag, bis der Welpe ausgewachsen ist. Das sind etwa 15 Minuten mit drei Monaten und 20 Minuten mit vier Monaten.
„Strukturierte Bewegung“ meint Spaziergänge an der Leine und geplante Aktivitäten, nicht das Herumstromern im Garten. Die PDSA ergänzt:
- Bewegung langsam steigern, solange Knochen und Gelenke wachsen, und Springen und schnelles Rennen begrenzen;
- sanfte Spaziergänge mit Spielpausen, im Tempo deines Welpen;
- viel Ruhe zwischen den Aktivitäten, und einen schlafenden Welpen möglichst nicht wecken.
Bevor dein Welpe alle Impfungen hat, frag deine Tierarztpraxis, ab wann Spaziergänge an öffentlichen Orten sicher sind (siehe unseren Ratgeber zum Impfplan für Welpen). Wenn dein Welpe nach Aktivität wild wird und beißt, braucht er vielleicht ein Nickerchen statt mehr Bewegung: siehe übermüdeter Welpe.
Ältere Hunde: wenig und oft
Mit dem Alter ändern sich die Bedürfnisse. Die PDSA weist darauf hin, dass ältere Hunde oft Probleme wie Arthrose, Gelenkbeschwerden oder nachlassendes Seh- und Hörvermögen entwickeln, und empfiehlt:
- wenig und oft: mehrere kürzere Runden statt einer langen;
- eine kurze Strecke, falls dein Hund müde wird;
- täglich Zeit draußen, auch wenn lange Spaziergänge nicht mehr gehen;
- sanfte Alternativen wie Nasenspiele, ruhigeres Spiel und, wenn es sicher ist und Spaß macht, Schwimmen;
- Vorsicht bei Temperaturen, weil ältere Hunde Hitze und Kälte schlechter vertragen.
Klär mit deiner Tierarztpraxis, ob das Bewegungspensum zu deinem älteren Hund passt. Veränderungen in der Ausdauer gehen oft mit Schlafveränderungen beim älteren Hund einher.
Sicherheitstipps für jedes Alter
- Nicht mit vollem Magen. Der Royal Kennel Club warnt, dass Bewegung mit vollem Magen bei einem Welpen zu einer Magendrehung beitragen kann, einem lebensbedrohlichen Zustand. Lass nach den Mahlzeiten Zeit, bevor es anstrengend wird.
- Achte auf Hitze. Im Sommer rät die PDSA, in den kühleren Stunden am Morgen und Abend zu gehen und Wasser mitzunehmen.
- Langsam steigern. Ein Hund, der an kurze Spaziergänge gewöhnt ist, braucht Zeit, bis er lange Wanderungen oder Läufe schafft.
- Beobachte deinen Hund, nicht die Uhr. Zurückbleiben, Hinlegen oder Lahmen heißt: Zeit aufzuhören.
Bekommt dein Hund die richtige Menge?
Wenn dein Hund oft unruhig wirkt oder schwer zur Ruhe kommt, können mehr Aktivität oder mehr Kopfarbeit helfen; die PDSA bringt überschüssige Energie mit Frust und Stress in Verbindung. Wirkt dein Hund nach der Bewegung steif, will nicht raus oder ist ungewöhnlich müde, fahr zurück und frag deine Tierarztpraxis. Dort kann man dir auch sagen, ob das Gewicht deines Hundes auf mehr oder weniger Bewegung hindeutet.
Es ist erstaunlich schwer zu wissen, wie viel Bewegung dein Hund über eine Woche wirklich bekommt. Wenn du Spaziergänge in DogsLife mit GPS-Aufzeichnung festhältst, siehst du dein tatsächliches Wochenmuster neben Schlaf und Mahlzeiten und merkst schnell, wenn eine volle Woche die Runden deines Hundes verkürzt hat.
Häufige Fragen
Wie viele Spaziergänge am Tag braucht ein Hund?
Laut PDSA brauchen die meisten Hunde mindestens 1–2 Spaziergänge am Tag, sofern die Tierarztpraxis nichts anderes rät, und der Royal Kennel Club sagt, jeder Hund sollte mindestens einmal am Tag spazieren gehen, oft zweimal.
Wie viel Bewegung braucht ein Welpe?
Weniger strukturierte Bewegung als ein erwachsener Hund. Die Faustregel des Royal Kennel Club lautet fünf Minuten strukturierte Bewegung pro Lebensmonat, bis zu zweimal am Tag, bis er ausgewachsen ist: etwa 15 Minuten mit drei Monaten, 20 mit vier Monaten.
Reicht ein Garten als Auslauf für einen Hund?
Allein meist nicht. Die PDSA schreibt, dass regelmäßige Spaziergänge auch mit Garten wichtig für das Wohlbefinden sind, weil sie neben Bewegung auch neue Eindrücke und Gerüche bringen.
Kann ich direkt nach dem Fressen mit meinem Hund rausgehen?
Der Royal Kennel Club rät, einen Welpen nie mit vollem Magen zu bewegen, da das zu einer Magendrehung beitragen kann, einem lebensbedrohlichen Zustand. Lass nach den Mahlzeiten Zeit, bevor es anstrengend wird.
Brauchen ältere Hunde noch Spaziergänge?
Ja. Die PDSA empfiehlt für Senioren „wenig und oft“: kürzere Runden in ihrem Tempo, aber trotzdem jeden Tag die Chance, rauszukommen.
Quellen
- Exercise for dogs: our ultimate guide — PDSA
- Puppy and dog walking tips — The Royal Kennel Club
- Exercising your puppy — PDSA
- Exercising your senior dog — PDSA
- Yorkshire Terrier — PDSA
- Golden Retriever — PDSA